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Wiederholung der Veranstaltung am 11. August 2026
Die Bayreuther Festspiele feiern ihr 150-jähriges Jubiläum – ein Anlass, der weit über ein klassisches Gedenkjahr hinausgeht. Denn dieses Jubiläum wird bewusst als Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart verstanden: zwischen der Idee Wagners, dem historischen Ort Bayreuth und jenem Bau, der die Opernkunst bereits zuvor auf einzigartige Weise geprägt hat – dem Markgräflichen Opernhaus Bayreuth.
Gerade dieser Ort ist für die beiden Konzertabende am 6. und 11. August 2026, jeweils um 20 Uhr, von zentraler Bedeutung. Hier trifft die barocke Theaterwelt des 18. Jahrhunderts auf die ästhetische Revolution des 19. Jahrhunderts und die künstlerische Gegenwart von heute. Das Markgräfliche Opernhaus wird damit nicht nur Kulisse, sondern Resonanzraum: ein Ort, an dem sichtbar und hörbar wird, wie sich Oper über Jahrhunderte hinweg verändert, erweitert und immer wieder neu erfindet.
Im Zentrum des Programms steht Richard Wagner selbst – jedoch nicht als Denkmal, sondern als Komponist im Spannungsfeld seiner eigenen Entwicklung. Das Vorspiel zu „Tristan und Isolde“, in einer besonderen Einrichtung mit Konzertschluss für Streicher und Klavier von Engelbert Humperdinck, verdichtet jene harmonische Grenzerfahrung, die als Wendepunkt der Musikgeschichte gilt.
Die Wesendonck-Lieder, in der Instrumentierung für Singstimme und Kammerensemble von Andreas N. Tarkmann, öffnen den Blick in Wagners innerstes Klangdenken: fünf Lieder als Zustände zwischen Sehnsucht, Stillstand und Auflösung – „Der Engel“, „Stehe still“, „Im Treibhaus“, „Schmerzen“ und „Träume“.
Mit großen Szenen aus „Tristan und Isolde“ – „O sink hernieder, Nacht der Liebe“ sowie „Mild und leise“ – erreicht das Programm jene Extreme, in denen Musik zur existentiellen Erfahrung wird und sich die Grenzen zwischen Klang, Gefühl und Zeit auflösen.
Ein weiterer Bogen führt bewusst in Wagners eigene Entwicklung zurück: Franz Liszts Phantasiestück über Motive aus „Rienzi“ sowie „Allmächt’ger Vater, blick herab!“ aus Wagners früher Oper „Rienzi, der Letzte der Tribunen“ machen hörbar, wo der Weg des Komponisten begann – lange bevor das Musikdrama entstand, das Bayreuth prägen sollte.
Das Siegfried-Idyll eröffnet schließlich eine private, fast intime Klangwelt, bevor mit „Ewig war ich, ewig bin ich“ aus „Siegfried“ der Blick in den mythischen Raum des „Ring“-Zyklus führt.
Ein zentraler gedanklicher Bezug dieses Jubiläums ist dabei die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Sie wird bewusst in diesen Kontext gestellt, weil sie als eines der entscheidenden Schlüsselwerke der europäischen Musikgeschichte gilt: als Ausdruck einer humanistischen Kunstidee, die den Gedanken des „alle Menschen verbindenden“ musikalischen Erlebnisses formuliert hat. Diese Idee wirkt direkt in Wagners Denken hinein und bildet zugleich einen historischen Bezugspunkt für die Entwicklung der Festspielidee selbst – von Beethoven über Wagner bis hin zur Gründung und Tradition der Bayreuther Festspiele. Die Hervorhebung der 9. Sinfonie macht damit nachvollziehbar, woher diese ästhetische und geistige Linie kommt, die in Bayreuth bis heute weitergeführt wird.
Es musizieren und wirken mit:
Catherine Foster (Sopran), Daniel Johansson (Tenor), Tanguy de Williencourt (Klavier) sowie Mitglieder des Orchesters der Bayreuther Festspiele.
Ein besonderer Dank gilt dem Bechstein Centrum Nürnberg für die großzügige Unterstützung.
Diese Konzerte verstehen sich damit nicht als reine Werkschau, sondern als Einladung, Bayreuth selbst neu zu hören: als Ort, an dem sich 150 Jahre Festspielgeschichte und die noch ältere Tradition des Markgräflichen Opernhauses gegenseitig beleuchten – und in der Gegenwart weitergeschrieben werden.
organizer
Veranstalter:
Bayreuther Festspiele GmbH
Festspielhügel 1-2
95445 Bayreuth
